
Spaced-Repetition-Kurve; Retention beschreibt, wie gut du dich an das Gelernte erinnerst
Die Prüfungen wurden auf unbestimmte Zeit verschoben und du weißt
nicht, wann sie stattfinden? Jetzt hast du gerade Zeit und möchtest
diese sinnvoll für die Uni nutzen? Da heißt für dich ist es besonders
wichtig, nachhaltig zu lernen, damit du nicht alles Gelernte bis zur
Prüfung wieder vergessen hast.
In diesem Artikel stelle ich dir eine
Methode vor, mit der du nachhaltig lernen kannst, um den Prüfungsstoff
über einen langen Zeitraum abrufen zu können. Diese Methode heißt Spaced
Repetition und ich habe sie aus dem Buch „How we learn“ von Benedict
Carey. Los geht’s.
Zunächst ist es ganz normal, dass unser Gehirn vergisst und auch, wenn das nicht intuitiv klingt, ist das Vergessen ein wichtiger Bestandteil des Lernens. Durchs Vergessen filtert unser Gehirn unwichtige Informationen heraus und kann sich auf die wichtigen konzentrieren. Wie machst du deinem Gehirn klar, welche Informationen wichtig sind?
Nehmen wir an, du setzt dich morgen an deinen Schreibtisch und lernst
das erste Kapitel für eine Klausur. Fünfzehn Minuten nach deiner
Lernsession kannst du dich vermutlich noch sehr gut an den Stoff
erinnern.
Hier schonmal ein wichtiger Tipp: Ob du den Stoff
beherrschst oder nicht, findest du heraus, indem du dich selbst testest.
Damit meine ich nicht, dass du das Skript durchliest und dir denkst
„Ja, das kommt mir bekannt vor, das weiß ich.“ . Das ist genau der
Grund, weshalb du dich dann in der Klausur eben nicht mehr an dieses
Thema erinnerst. Überprüfe dein Wissen beim Lernen immer, indem du deine
Unterlagen zumachst und ohne Hilfe wiedergibst.
Zurück zum Thema: Kurz nach dem Lernen kannst du dich wahrscheinlich sehr gut an das Gelernt erinnern, diese Retention nimmt jedoch rasch ab. Retention beschreibt, wie gut dein Gehirn die neu gelernten Informationen abrufen kann.
Jetzt
kommt Spaced Repetition ins Spiel: Du wiederholst das Gelernt in immer
größer werdenden zeitlichen Abständen, um es wieder aufzufrischen und
die Retention zu verbessern. Dabei musst du weder mehr Zeit noch Arbeit
aufwenden als üblicherweise. Du nimmst dir beispielsweise eineinhalb
Stunden Zeit zum Lernen für ein Thema. Statt diese eineinhalb Stunden am
Stück zu lernen, teilst du sie in drei Lernintervalle ein – drei Mal 30
Minuten. Diese teilst du jetzt nach dem Spaced Repetition Prinzip auf.
Eine übliche Verteilung ist hier: ein Lernintervall heute, das zweite am
darauffolgenden Tag und das dritte eine Woche später. Weiter ginge es
in einem Monat und so weiter. Die genauen Zeitabstände spielen weniger
eine Rolle – das was du dir merken solltest, sind zwei Punkte:
1. Teile deine Lernzeit in mehrere Lernintervalle auf anstatt alles an einem Stück zu lernen.
2. Frage dich selbst zum Gelernten in immer größer werdenden zeitlichen Abständen ab.
Der Hintergrund zu Spaced Repetition ist, dass unser Gehirn den Lernstoff durch das wiederholte Abfragen besser abspeichert und nicht als unwichtige Information vergisst. Wie du in der Skizze oben siehst, flachen die „Vergessens-Kurven“ mit der Zeit auch ab, das heißt, du kannst dir das Gelernte ohne etwas weiteres zu tun nach dem zweiten Mal wiederholen schon deutlich besser merken als ohne wiederholen.
Das beste an der Spaced Repetition-Methode ist, dass du dir den Lernstoff nicht nur nachhaltig für die Klausur aneignest, sondern ihn dir auch langfristig viel besser merken wirst – das kommt dir in einem höheren Semester oder im Beruf bestimmt einmal zu Gute.
Hast du Fragen oder Anmerkungen zu dem Thema? Dann lass es mich wissen 😉
Danke fürs Lesen, ich hoffe dieser Artikel hat dir gefallen und du hast etwas dazugelernt!
Deine Maike
von neuroo